Bestellen und Daumen drehen?

Ich gebe mich geschlagen. Das Elektro-Auto vermittelt ein komplett neues und herrliches Fahrgefühl . Meine (konservativen) Argumente für den gebrauchen Benz (und Co.) bröckeln. OK, wenn wir den E-Niro oder den Kona Eletric kaufen, wann wird denn geliefert? Hier blasen Hyundai und KIA ins gleiche Horn; Lieferzeiten zwischen 10 und 12 Monaten werden genannt.

Das dauert uns zu lange. Wir brauchen sofort einen fahrbaren Untersatz. Der Accord ist bereits weg. Unser „Kleiner“, ein Honda Jazz, ist mit 15 Dienstjahren schon sehr betagt. Seit Kurzem ist er durch eine frontale Begegnung mit einem US-SUV angeschlagen, aber vorerst noch fahrtüchtig.

Der Hyundai-Händler zeigt sich kulant und bietet uns sein Vorführfahrzeug zum Kauf an. Innerhalb einer Woche könnten wir den Wagen haben. Na, das hört sich doch gut an. Um meine letzten Zweifel aus dem Weg zu räumen, bekomme ich den Kona Elektric zum Intensiv-Test 2 weitere Tage zur Verfügung. Den größten Teil meiner jährlichen Kilometerleistung lege ich bei Dunkelheit zurück. Der Kona Eletric ab der der Ausstattungvariante „Trend“ besitzt LED-Beleuchtung. Da will ich erst mal unter Live-Bedingungen testen, ob LED’s an die Qualität von Xenon-Scheinwerfern rankommen. Ich nehme es hier schon mal vorweg: Sie tun es!

Probefahrt Kona & E-Niro

Wir betreten den Ausstellungsraum des Hyundai-Händlers in Bitburg. Kaum haben wir unser Interesse an einem Elektro-Auto ausgedrückt, halte ich den Schlüssel des E-Kona in der Hand. „Machen Sie erst mal eine Probefahrt“ sagt der Verkäufer und schon sitzen wir im Wagen. Nach einer kurzen Einweisung geht es los. Bis ca. 30 km/h ist ein seltsames „Sirren“ zu hören. Wie wir später erfahren, soll dieses Geräusch Fußgänger warnen (Bei langsamer Fahrt ist das Auto sonst nicht zu hören). Auf der B51 gebe ich „Gas“. Der Kona geht unglaublich „ab“. 204 PS mit 395 Nm stehen quasi bis zum Erreichen der Endgeschwindigkeit zur Verfügung. Nur Wind- und Abrollgeräuche der Reifen sind noch im Inneraum zu hören. Ich muss zugeben: Es ist ein unglaubliche Fahrgefühl, den dieses Auto vermittelt. Ich wechsle auf den Beifahrersitz, meine Frau fährt und kommt zu gleichen Schluß. Nach einer halben Stunde ist die Probefahrt zu Ende. Mit einem Grinsen gebe ich den Schlüssel zurück.

Anschließend schauen wir noch beim KIA-Händler rein. Und auch hier erhalten wir sofort den Schlüssel des E-Niro. Ich kann in den Fahreigenschaft keinen großen Unterschied zwischen Kona und E-Niro erkennen. Haben doch die beiden Schwestern identische Batterie- und Motorleistung. Der E-Niro bietet mehr Platz im Fond und hat einen größeren Kofferraum. Das Cockpit des Kona macht einen aufgeräumteren Eindruck und gefällt mir besser. Insgesamt finde jedoch beide Fahrzeuge sehr gut.

Fazit des Tages:

        1. Hyundai und KIA haben gelernt Autos zu bauen

        2. E-Auto fahren macht Spass!

Die (Vor)Entscheidung

Heute morgen verliert unser Honda plötzlich an Leistung; die Kontrollleuchte „System prüfen“ leuchtet. Die Werkstatt bestätigt meinen Verdacht: Der Partikelfilter ist zu und ein neuer muss her, um den Wagen wieder fit zu bekommen.

Das Geld will ich nicht mehr in den Wagen investieren. Die Reparturkosten übersteigen deutlich den Restwert des Wagens. Bei 350.000 km auf dem Buckel sind neben dem Partikelfilter auch noch Klimaanlage und Motoraufhängung hinüber. Der Turbolader will auch schon seit einiger Zeit nicht mehr so richtig „pusten“. Für 650 € geht der treue Begleiter zum Ausschlachten an den „Abdecker“. Wir brauchen ein neues Auto.

Wir gehen in den folgenden Tagen „Auto-Shoppen“. Mein Favorit ist ein Mercedes Benz E200 T Diesel, gut in Schuss, gebraucht und bezahlbar. Mein Frau ist noch unschlüssig. Als unsere Bundesregierung die Einführung der CO2-Steuer beschließt, rückt plötzlich die Option eines Elektro-Autos ins engere Blickfeld.

Zunächst wenig begeistert, führe ich die bekannten Argumente der mangelnden Reichweite und die hohen Anschaffungskosten an. „Wir können ja mal eine unverbindliche Probefahrt machen“ meint meine Frau. „OK, wir können es ja mal versuchen“.

Ich informiere mich über das „reichhaltige“ Angebot an entsprechenden Autos. Leider verfügen die Fahrzeuge der deutschen Hersteller noch nicht über genügend Reichweite oder sind finanziell nicht in unserer „Reichweite“.

Oh, was ist das? Hyundai und KIA bieten mit dem Kona Elektric und dem E-Niro zwei interessante Alternativen an. Aber ein Huyndai oder ein KIA? Ein Tesla Modell 3 ginge noch; nur ist die nächste Werkstatt über 100 km von unserem Wohnort entfernt. Mal sehen!